Projektjahr 1992
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19.04. bis 04.05. 1. deutsch-russisches Projekt
Beteiligung an einer großen Umweltaktion im Biosphärenreservat
"Schorfheide Chorin", Sprachfortbildung, Einblick in die Arbeit des
Umweltausschusses des Landtags, Einführungslehrgang am
Computer
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10.06. bis 27.06. 1. deutsch-russisches Projekt
Einblick in das russische Familienleben, Probleme der Umwelt in Gelendschik
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12.07. bis 26.07. 2. deutsch-russisches Projekt
intensive Sprachfortbildung, Öko-Programm, Exkursionen nach Potsdam und Berlin
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09.08. bis 31.8. 2. deutsch-russisches Projekt
Teilnahme an der 5. Ökologischen Expedition "Vorberge" der biolog./ ökologischen Fakultät der
"Kuban" Universität in Krasnodar, Öko-Programm in der Biologischen Station (Betta) der oben
genannten Fakultät am Schwarzen Meer
Projektjahr 1993
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09.05. bis 23.05. deutsch-russisches Projekt
"Rund um Berlin" eine Rundreise durch die schönsten und belastesten Gebiete Brandenburgs
Vertrautmachen der Jugendlichen mit Lösungsansätzen des Umweltschutzes am Beispiel
Brandenburgs, Biosphärenreservat "Schorfheide Chorin", Nationalpark "Unteres Odertal",
Braunkohlengebiete der Lausitz, Biosphärenreservat "Spreewald", Kloster Chorin, Schloss
und Park Sanssouci, Berliner Kunstschätze, Chorkonzert in der Peitzer Festung und in
Cottbus, Sprachfortbildung
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06.08. bis 21.08. deutsch-russisches Projekt
Russische Steppe, Kaukasus, Tamaner Halbinsel, Asowsches Meer, Schwarzes Meer
Projektjahr 1994
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29.07. bis 13.08. deutsch-russische Jugendbegegnung
"Natur und Umweltschutz im Hochkaukasus"
gemeinsame Arbeit und Freizeit mit Jugendlichen der Kaukasusnationalitäten, Kennenlernen
des Alltags durch. den Aufenthalt in Gastfamilien, Kennenlernen einiger kaukasischer
Lösungsansätze im Umweltschutz, Sprachfortbildung
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06.08. bis 22.08. deutsch-russische Jugendbegegnung
"Natur und Umweltschutz im Hochkaukasus"
Aktive Hilfe beim Wiederaufbau der Nationalparkstation "Kaukasus" für naturverträglichen
Tourismus
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09.07. bis 23.07. deutsch-russische Jugendbegegnung
"Natur und Umweltschutz in Ballungsräumen"
Besichtigung der Berliner Museen, Besuch der Schlösser und Parks von Potsdam, Besuch des
Zoos und des Tierparks, Diavorträge über Naturschutzthemen, Anlegen eines Kleingewässers
auf einem Schulgelände, Wanderung in die Lausitzer Heide, Fahrradexkursionen Dresden und
Moritzburg, Fußexkursionen Sächsische Schweiz und Osterzgebirge, Fledermausfang und
Beringung, Bau von Wildbienenbruthilfen, Bau von Vogel und Fledermauskästen, Sprachfortbildung
Projektjahr 1995
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09.05. bis 20.05. deutsch-russische Jugendbegegnung
"Selbstorganisierte Jugendarbeit im Natur und Umweltschutz"
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28.07. bis 14.08. deutsch-russische Jugendbegegnung
"Weidewirtschaft im Kaukasus"
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09.07. bis 23.07. deutsch-schwedisches Projekt
Projektjahr 1996
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01.07. bis 13.07. deutsch-polnische Jugendbegegnung
"Naturbegegnung im dreistaatlichen Biesczady-Nationalpark"
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22.04. bis 07.05. deutsch-polnisch-russische Jugendbegegnung
"Waldschulen"
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09.05. bis 21.05. russisch-deutsche Jugendbegegnung
"Umwelttechniken"
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03.08. bis 24.08. russisch-deutsche Jugendbegegnung
"Naturwald im Kaukasus"
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03.08. bis 17.08. russisch-deutsche Jugendbegegnung
Kartierung am Bolschoi Tratsch
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08.10. bis 18.10. polnisch - deutsche Jugendbegegnung
"Naturinseln in Deutschland"
Projektjahr 1997
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01.07. bis 13.07. deutsch-polnisch-russische Jugendbegegnung
"Biosphärenreservate in Deutschland""
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14.06. bis 04.07. russisch-deutsche Jugendbegegnung
Kartierung des Bergmassiv des Bolschoi Tratsch im Nordwestkaukasus
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19.06. bis 30.06. polnisch-deutsche Jugendbegegnung
"Bieszczady"
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02.08. bis 16.08. deutsch-polnische Jugendbegegnung
Wo sich Bär und Gemse noch "Gute Nacht" sagen - Deutsch-russische Jugendbegegnung im
Kaukasus im Sommer 1996
Zum sechsten Mal hat der Brandenburgische Verein "Umwelt & Bildung" 1996 ein ökologisch orientiertes Programm
mit russisch-adygeischen Partnerinstitutionen organisiert, um junge Leute beider Regionen für die Natur zu sensibilisieren.
So nahmen im Mai 1996 jeweils 15 adygeische Jugendliche an zwei Fachprogrammen in Brandenburg teil. Das Projekt
"Waldschulen" sollte den Gästen praktische Erfahrungen, Anregungen und Ideen im Umweltbildungsbereich vermitteln, um
entsprechende Einrichtungen im Kaukasus auf- und auszubauen. Während ihrer Besuche der Freilandlabore Flughafensee (Berlin-Tegel)
und Kaniswall (Landkreis Oder-Spree), des Ökowerk Teufelssee, des Jugendwaldheim Müllrose, des Besucherzentrum des
Nationalparks "Märkische Schweiz", diverser Waldschulen bis hin zur "Umweltfreizeiteinrichtung Störitzland",
erlebte und erkundete die Gruppe das Spektrum der Angebote in Deutschland. Während der Gespräche mit Verantwortlichen konnten sie
sich ein reales Bild der deutschen Bildungspolitik formen.
Das zweite Projekt "Umwelttechniken" stellte den deutschen und russischen Teilnehmern u.a. das Dorf und den Ökospeicher
Wulkow vor. Während der Diskussion vor Ort wurde man sich einig, daß z.B. eine Pflanzenkläranlage als "Einfach-Technologie"
mit geringem finanziellem Aufwand auch in der Adygeischen Republik realisiert werden könnte.
Weitere Fachexkursionen führten zu den Windkraftanlagen in Fürstenwalde, ins Scharmützelgebiet, in die Märkische Schweiz rund um
Buckow samt Besichtigung der Solaranlagen am Besucherzentrum "Drei Eichen" und zum Wernsdorfer See, in dessen
Umgebung sich drei Deponien befinden. Hier wurden Probleme der Müllbeseitigung heiß diskutiert, da die Trennung des Haushaltsmülls
in Rußland kaum eine Rolle spielt.
Im Gegenzug starteten am 3. August 96 zwei deutsche Jugendgruppen in den Nordkaukasus. Etliche der 29 Teilnehmer sind aktive Mitglieder
der Naturschutzjugend oder alte Berghasen, die es immer wieder in diese einzigartige Gebirgsregion zieht.
Die erste Gruppe, ein Team junger Fachleute, kartierte auf Bitte und Einladung der "Sozialökologischen Union Rußland" erstmals
das 20km² große Gebiet "Bolschoi Tratsch". Die vierzehn (Hobby-) Wissenschaftler aus sieben Spezialgebieten erfaßten
notwendige Daten zur Eingliederung des Bolschoi Tratsch in das angrenzende Biosphärenreservat "Kawkas". Diese Arbeit
fand im Rahmen eines Kooperationsprojektes von Greenpeace Rußland und NABU Deutschland e.V. zur Aufnahme des Nordkaukasus
in die UNESCO-Liste "Weltnaturerbe" statt.
Aufgrund des ungewöhnlich schlechten Wetters (Dauerregen) fielen die Kartierungsresultate nicht so reichlich wie erwartet aus. Dennoch
freuten sich die Herpetologen über gelungene Fotos eines Frosches, von dem es bisher nur ein einziges in der Fachwelt gibt und die
Entomologen über den Erstnachweis einiger Käfer.
Die zweite deutsche Gruppe hingegen reiste zum Gegenbesuch des diesjährigen Jugendaustausches mit adygeischen Touristikstudenten
des Staatlichen Technologischen Institutes Maikop. Gemeinsam zogen wir in das Staatliche Kaukasische Biosphärenreservat. Dieses
geschützte Territorium in der Adygeischen Republik ist für den Massentourismus gesperrt und bietet Natur pur.
Agygeja liegt im Nordkaukasus, gehört der russischen Förderation an und war bis vor kurzem autonomes Gebiet. Fast drei Viertel der
430.000 Einwohner sind Russen.
Die erste Station unseres Besuches in dieser Republik war die Hauptstadt Maikop. Von dort aus erkundeten wir die einmalige Umgebung.
Die ökologischen Laien bestaunten Schönheit und Vielfalt der kaukasischen Flora und eigneten sich dabei wertvolles Wissen über
Natur- und Umweltschutz an. (Bsp) Aber auch die Spezialisten kamen auf ihre Kosten. Botanikfreaks entdeckten Relikt- und endemische
Pflanzen, wie z.B. das Buxbaumgehölz in der zum Naturdenkmal erklärten Guamschlucht.
Entomologen erspähten z.B. den Apollofalter,der in Deutschland schon ausgestorben ist und
auch in Rußland auf der "Roten Liste" bedrohter Arten steht.
Im ca. 3000 Jahre alten "Adygeischen Garten" kosteten wir wildes Obst wie Kornelkirschen, Äpfel, Birnen und Pflaumen. Der
Dekan des Staatlichen Technologischen Institutes Maikop erläuterte uns dort, wie die Bäume veredelt werden, um umweltresistente
Kultursorten zu züchten.
Ansonsten nehmen Buchen-Tannenwälder bis ca. 1700 m Höhe die größten Flächen im Nordkauasus ein. Die Bäume werden bis zu 60m
hoch und erreichen Durchmesser bis zu 2m. Danach verändert sich die Vegetation stufenweise.
Von ca. 2000m bis 2500m wechseln sich riesige Stauden mit mindestens kniehohen, farbenprächtigen, subalpinen Wiesen ab. Die einzigen
Bäume, die hier noch wachsen, sind kleine, vom Wind gekrümmte Birken.
Der daran anschließende, alpine Wiesengürtel bezaubert durch kleine, aber grell blühende Pflanzen, wie Glockenblumen, Blauer Enzian,
Bergveilchen und verschiedene Sedumarten.
Hier pfeift der Wind über freie Flächen. Die Temperaturen sind deutlich niedriger als im Tal und oft wandert man in oder über den Wolken.
Den 3.100 m hohen Gipfel des "Tuibga" dominieren Flechten und Schneefelder. Dort konnten wir erstmalig ein Gemsenrudel
beobachten.
Da unsere Gruppe drei verschiedene Nationalitäten (Adygeer, Russen und Deutsche) vereinte, erlebten wir unterschiedliche Mentalitäten,
Lebens- und Weltanschauungen live.
So trank man z.B. bei der Ankunft am jeweiligen Lagerplatz erst einmal eine Runde Wodka auf die bewältigte Tageswanderung
und die Gesundheit. Trinksprüche waren ein Muß. Dabei gilt: je länger der Abend desto schwülstiger die Toaste.
Auch die Tatsachen, daß Pläne mehrmals geändert wurden und der Abmarschtermin sich oft um zwei bis drei Stunden verschob,
schienen ungeschriebene adygeische Gesetze zu sein.
Das Zusammenleben von Mann und Frau unterschied sich sichtlich von unseren Gewohnheiten. War das Bächlein noch so klein;
es wurden separate Waschstellen bestimmt. Auch in die Sauna ging es getrennt oder die Badehose blieb an.
Die Arbeitsteilung war selbst unter jungen Leuten noch sehr traditionell und für deutsche Verhältnisse überholt: die Jungs sammelten
und hackten Holz. Dann bereiteten sie unter Anleitung des Bergführers die Feuerstätte. Die Mädchen kochten und verteilten das Essen,
wuschen das Geschirr und räumten auf.
Wenn wir diese Regeln brachen, d.h. deutsche Jungen halfen, das Essen zu bereiten oder Mädels die Axt in die Hand nahmen und
Feuerholz klein hackten, zeigten die adygeischen Jungen und Männer anfangs schimpfend und kopfschüttelnd ihr Unverständnis über
dieses "unsittliche" Verhalten.
Später tolerierten sie diese deutschen "Eigenheiten" ohne jeglichen Kommentar, so wie wir uns an das typisch russische,
aber recht eintönige Essen gewöhnten.
Zum Frühstück, Mittag und Abendbrot gab es fast immer "Kascha" (deutsch: Brei) in diversen Variationen: Hafer-,
Buchweizen- oder Maisbrei, manchmal mit Milch und Zucker, manchmal mit Dosenfleisch. Dazu Tee/Kaffee und abends eine heiße
Suppe.
Da keine professionellen Dolmetscher vermittelten, wurden fast vergessene Russisch- und Englischkenntnisse wiederbelebt, um
miteinander zu reden und zu singen. Beim Wandern, Holz sammeln, Suppe kochen und "Kascha" essen, tauschten wir uns
über Traditionen, Lebensstile und aktuelle Politik aus. Sprachbarrieren wurden schnell überwunden und so manches Vorurteil
verflog in der allabendlichen Runde am Lagerfeuer. Jeden Tag sangen, lachten und erzählten wir unterm sternenüberfluteten Augusthimmel
bis nach Mitternacht.
Auch die Kartierer-Truppe landete eine Woche nach uns erschöpft aber glücklich in Berlin. Sie berichteten stolz von ihrer dreiwöchigen
Arbeit und mit funkelnden Augen von einem
echten
Bären, den sie zwei Stunden lang heimlich beobachteten.
Eins steht für uns alle trotz mancher Strapazen fest:
Wer einmal hier war, will immer wieder kommen. Die reiche, urtümliche Natur, das einfache Leben und die Gastfreundschaft der Russen
haben wohl eine magnetische Wirkung.
Wir lernten Land und Leute kennen, gewannen viele neue Freunde und einen bewußteren Blick für die Schutzbedürftigkeit unserer Umwelt.
Fast alle wollen im nächsten Jahr wieder dabei sein, wenn zwei "Umwelt & Bildung"-Teams in die Adygeische Republik
starten.
Auszüge aus den Tagebüchern der Teilnehmer an den Kaukasusreisen 1995/1996
"Das Biosphärenreservat ist 3000 Quadratkilometer groß, ein Forstrevier umfaßt 50000- 60000 Hektar. Das sind riesige Flächen.
Als Vergleich: die Schorfheide ist 126 Quadratkilometer und ein Forstrevier hat 1400 - 1600 Hektar.
Der Kaukasische Wisent ist das größte Huftier hier. Er ist aber 1927 ausgestorben. Bis 1960 wurden dann Aufzüchtungen mit Polnischen
Wisenten und dem Amerikanischen Bison durchgeführt. So existieren jetzt ca. 700 Wisente (genannt: Kaukasischer Bergwisent) im
Biosphärenreservat und Umgebung."
"...Also schlagen wir uns nochmal durch das Unterholz, sprich kopfhohes Kraut, bis wir an eine Wiese umgeben von hohen
Bäumen, am Bach gelegen, mit Blick auf den Rand des Steineren Meeres kommen. Hier will Heinrich die Zelte aufschlagen, vorher
müssen wir dafür den Bärenklau runtertreten, Holz sammeln, Feuer machen, kochen, Abendbrot..."
Anschließend Instruktionen von Heinrich zum Umgang mit dem Bär: still stehenbleiben, warten!!! Echt ermutigend. Als die Jungs auf
dem Rückweg vom Jeep mit den Lebensmitteln doch tatsächlich Bärenspuren gesehen hatten, meinte Heinrich:
"...Hier ist kleiner Bär runtergerollt. Aber angeblich soll er selten Menschen angreifen..."
"...der Zug rollt ein und der Kampf um eine Mitfahrgelegenheit beginnt: nur drei Stationen und obwohl jeder Deutsche mit
größter Bestimmtheit behauptet hätte, der Zug sei eindeutig voll, wundert man sich, wie viele Menschen der Zug an der nächsten
Station noch aufnehmen kann.
Umkippen kann jetzt keiner mehr und während einem der Schweiß nur so den Körper herabfließt, könnte man meinen, man wäre
eher in einer Banja (russische Sauna).
Auch bei der Anzahl der Bahnstationen handelt es sich um die russische Zählweise - es werden weit mehr als nur drei..."
"...Der Weg der uns zu unserem Lager führte war von Gegensätzen gezeichnet - ich hätte mir nie träumen lassen, daß Hölle
und Paradies so dicht beieinander liegen. Anfangs nahm ich noch Rücksicht auf Gestein, Wasser und nassen Boden, doch das legte
sich nach einer Stunde, denn wir hatten bereits mehrmals fließende Gewässer überquert..."
"...Am Nachmittag kehrten die Jungs ein und brachten einen riesigen Pilz und rund 40 Forellen mit, was später ein
Zwei-Gänge-Menü ergab. Am Abend trank jeder noch einen Schluck Wodka. Ich hoffe, daß damit der Kampf gegen den Durchfall
beendet ist..."
"...Nach dem Frühstück teilte sich die Gruppe. Einige gingen zu den Wasserfällen, andere ins Dorf. Hier läuft nun also das
gesamte Hausvieh auf der Straße umher - egal ob Huhn oder Kuh. Das war schon witzig anzusehen und scheinbar verstehen sich
Mensch und Tier in Rußland besser miteinander als bei uns, denn hier wird auch das Vieh in den Straßenverkehr mit eingegliedert
..."
"...Am frühen abend startete die große Schaschlikparty - ein Prasdnik im wahrsten Sinne des Wortes, denn hier wurde
gefressen, gesoffen, gesungen und erzählt und immer wieder getrunken. An diesem Abend war alles im Überfluß vorhanden:
Tomaten, Melonen, Gurken, Kartoffeln, Fleisch - alles was das Herz begehrt.
Man mußte leider feststellen, daß wir Deutsche nicht in der Lage waren, ein Lied mit vollem Text und richtiger Melodie zu
singen. Die Russen hingegen trällerten ein Lied nach dem anderen..."
"...Wir besuchen die rund 2 Millionen Jahre alte Asisch-Höhle am Lagonaki-Hochplateau.
Sie ist nur eine von ca. 125 Höhlen in diesem Gebiet, wobei sich jede durch ihre Besonderheiten auszeichnet. So fließt z.B.
durch die Asisch-Höhle ein unterirdischer Fluß, dessen Wasser man eine magische Wirkung nachsagt. Die tiefste Höhle befindet
sich 517 Meter unter der Erde und die längste erstreckt sich über drei Kilometer mit unterirdischen Sälen mit bis zu 30 Metern
Höhe. ..."
"...Sascha führt uns durch die 2 Millionern Jahre alte, 600 Meter lange Tropfsteinhöhle. Sie wurde vor 80 Jahren entdeckt
und ist seit den achtziger Jahren für Touristen zugänglich. Bei nur 5 Grad Celsius und Schummerlicht bestaunten wir die skurill
geformten Stalagniten- und Stalagtiten-Gebilde. Sascha hatte meist einen phantasievollen Namen und eine passende Legende parat.
So hatte z.B. jeder Besuche in der großen Endhalle der Höhle einen Wunsch frei, der in Erfüllung gehen sollte. Auch vom
vielgerühmten "Liebeswasser" aus dem unterirdischen Flüßchen kosteten wir, tankten die Wasserflaschen hier
randvoll auf und genossen die Folgen..."
"...Zum ersten Mal Frühstück am Lagerfeuer mit 'Kascha'. Das bedeutet eigentlich nur Brei, der unter
Verwendung der unterschiedlichsten Zutaten hergestellt wird. In unserem Fall sind das Haferflocken, Mais oder Buchweizen - gesüßt
mit Zucker oder herzhaft mit Dosenfleisch verfeinert.
Neben Keksen und Käse wird Kascha zum Hauptnahrungsmittel der nächsten Tage, da er leicht zu transportieren und zu kochen
ist..."
"...Von allen Köstlichkeiten ist mir bis heute wohl Kascha in bester Erinnerung geblieben. Natürlich gab es da auch
Wodka und Fleischpastete, aber dieser zarte Schmelz des auf der Zunge zerfließenden Breis schlägt alles. Aber Brei ist wohl das
falsche Wort- Creme wäre wohl besser oder gar Mousse de la Mountaigne..."
"..Wir fühlen uns um Millionen Jahre zurückversetzt!
Auf der kleinen Expedition entlang des Flusses "General", eines Nebenarmes der "Bjelaja", finden wir eine
große Anzahl von Fossilien. Da dieses Gebiet im Trias vom Meer bedeckt war entdecken wir sehr gut erhaltene Versteinerungen
von Muscheln, Korallen und unzähligen Ammoniten. Bei letzteren handelt es sich um versteinerte Panzer von Tintenschnecken,
die sich vor 500 Millionen Jahren entwickelten und vor ca. 255 Millionen Jahren wieder ausstarben. Hier sehen wir einige mit
Durchmessern bis zu einem Meter. Es fällt schwer, diese Prachtstücke dort zu lassen, um das Wandergepäck nicht unnötig zu
belasten..."
"Heute wollen wir den Gipfel des "Dipka" erstürmen.
Mit Trinkflasche, Sonnenbrille, Sonnenschutzcreme und wetterfester Jacke ausgerüstet machen wir uns zu fünft auf den Weg.
Dabei durchqueren wir erst dichtes Rhododendrongebüsch, doch ab 2.900 Meter Höhe verschwindet selbst das Gras und macht
kahlen Felsen, auf denen noch einige Flechten wachsen, Platz.
Wir beobachten u.a. eine Herde sehr scheuer Gemsen (über 30 Tiere) und schauen einem großen, auf Beutesuche kreisendem Geier
von OBEN zu. Später entdecken wir auch die Reste einer Geiermahlzeit. Opfer war, den Fellresten nach zu urteilen, eine
Bergziege..."
"..Wir wollen bei einem Imker ein Glas Honig kaufen. Nicht nach 3 Minuten sondern nach 3 STUNDEN verlassen wir
ihn, sind leicht angetrunken vom Honigschnaps, sehr satt von Honigkuchen und Bienenwaben und um viele Informationen über das
russische Leben reicher. Und haben unser Glas Honig..."
"...Es klingt nicht sehr einfallsreich, aber die Bergwelt nimmt uns gefangen. Apollofalter, jede Menge verschiedener Pflanzen
die kaum die Schuhsohle überragen, Gemsen, Adler - und über allem ein Gletscher, der sich in einem Talkessel hinabzieht.
Wahrscheinlich klappt das nur bei Bergen: die Bilder prägen sich ein und man kann sie immer wieder hervorholen. Hier habe ich neu
aufgetankt..."
"...Zur besseren Verdauung und Förderung der Völkerverständigung machte anschließend die Wodkapulle noch so manche
Runde. So saßen, quatschten und sangen wir noch ein paar Stunden zusammen rund ums Lagerfeuer.
Roman und Norbert schnitzten für Felix eine schöne, große Holzgabel (er hatte seine in Deutschland vergessen), Wolodja und die
russischen Mädels sangen, Dawljet textete uns mit Trinksprüchen zu und der klare Himmel war mit tausenden Sternen
übersät..."
"...Der erste Streckenabschnitt war nach 500 Metern erreicht. An der Weggabelung Agabo/ Zivilisation ist ein Bach, fast
schon ein Fluß und daneben steht ein Häuschen. Dieses ist das Herz von Guseripl, denn es beherbergt das dorfeigene Kraftwerk.
Eine ca. 100 Jahre alte Siemens-Wasserkraft-Turbine mit Generator (1949 wohl als Reparationszahlung dort hingelangt) liefert
den Strom für den Ort. Sehr abenteuerliche Konstruktion..."
"...Nachdem sich alle wieder in ihre Sitze gezwängt hatten wurde unsere Reise in das ca. 20 km entfernte Lager bei
Kamischki nur noch durch eine Shoppingtour im Ortsansässigen 'Großmarkt' (50 Quadratmeter Verkaufsraum mit
einer Angebotspalette von gebrochenem Fensterglas über 2 Sorten Dosenfleisch bis hin zu Butter bzw. Fett zum Selbstabfüllen aus
einem 5-Liter-Glas.Dieser Stop war sehr, sehr wichtig, denn sämtliche Vorräte waren beiden Deutschen wie bei den Russen
absolut erschöpft..."